{"id":229,"date":"2011-12-08T13:01:44","date_gmt":"2011-12-08T12:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/ww0.wartburgkreisbote.de\/?p=229"},"modified":"2011-12-08T13:01:44","modified_gmt":"2011-12-08T12:01:44","slug":"erschreckend-armut-in-der-wartburgregion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/?p=229","title":{"rendered":"Erschreckend: &#8222;Armut in der Wartburgregion!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr Arbeitsunwillige, Faule, Ungebildete und ausl\u00e4ndische Zuwanderer ins Sozialsystem ist Deutschland ein Sozialstaat. Auch f\u00fcr Banken und Pleitestaaten<br \/>\nkommt der Sozialstaat auf. F\u00fcr unverschuldet Arbeitslose, Familien und Bezieher von mittlerem und unterem Einkommen ist er das l\u00e4ngst nicht mehr.<\/p>\n<p>An den Symptomen der um sich greifenden Armut doktern die daf\u00fcr Verantwortlichen gerne herum. AlsTeil der symptomatischen Therapie kann das von der Bundesregierung beschlossene Bildungs- und Teilhabepaket f\u00fcr benachteiligte Kinder und Jugendliche gelten. Hiernach erhalten diese beispielsweise Beihilfe f\u00fcr den Schulbedarf oder Klassenfahrten. Die Umsetzung auf<br \/>\nkommunaler Ebene in der Wartburgregion f\u00f6rderte indes erschreckende<br \/>\nZahlen zutage.<\/p>\n<p><strong>\u00bbBei solchen Zahlen blieb selbst dem einen oder anderen Vertreter einer etablierten Partei das Wortim Halse stecken.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Von 5600 Kindern und Jugendlichen in Eisenach waren einem Bericht der Stadtverwaltung zufolge 2305 anspruchsberechtigt. Davon allein 1.568 Kinder nach dem Sozialgesetzbuch II (Grundsicherung f\u00fcr Arbeitssuchende). Im<br \/>\nWartburgkreis waren von 17.000 Kindern und Jugendlichen ganze 4.200 berechtigt, Leistungen aus dem Paket zu beanspruchen. Bei solchen Zahlen blieb selbst dem einen oder anderen Vertreter einer etablierten Partei wie der SPD das Wort im Halse stecken. Wohlgemerkt einer Partei, die ma\u00dfgeblich<br \/>\nf\u00fcr Niedrigl\u00f6hne, prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse und die Herabw\u00fcrdigung<br \/>\nvon Lebensleistungen von unverschuldet in Not geratenen Landsleuten verantwortlich ist. Die Opfer sind hier nicht jene, die sich lethargisch ihrem Schicksal ergeben haben und ihre Kinder teilhaben lassen an einem Leben in Armut, aus dem man keinen Ausweg finden will. Nein: die Opfer sind die Kinder. Die Opfer sind die Elternpaare und Elternteile, die f\u00fcr L\u00f6hne von teilweise weit unter 1.000 Euro arbeiten m\u00fcssen. Die Opfer sind Fris\u00f6rinnen, die f\u00fcr 2 Euro und ein bisschen mehr arbeiten gehen, der \u201eMinijobber\u201c und der Leiharbeiter.<br \/>\nMenschen, die arbeiten und trotzdem nicht davon leben k\u00f6nnen und Kinder, die all das Unrecht schuldlos erleiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Subventionierung des Unrechts<\/strong><\/p>\n<p>Soziale Marktwirtschaft \u2013 das war einmal. Das pfeifen die Spatzen seit langem von den D\u00e4chern, wird aber dennoch noch immer in den Schulen als in Deutschland herrschende Wirtschaftsform gelehrt. Soziale Marktwirtschaft w\u00fcrde allerdings bedeuten, da\u00df Markt und Unternehmen gewissen Regeln untergeordnet werden. Beispielsweise dergestalt, da\u00df Leiharbeiter so entlohnt<br \/>\nwerden wie die Stammbelegschaft! Das Auslandsverlagerungen und die Vernichtung deutscher Arbeitspl\u00e4tze sanktioniert werden und unrentabel werden! Da\u00df Minijobs die Ausnahme bilden und keine Vollzeitstellen verdr\u00e4ngen. Da\u00df ein Mindestlohn als Beitrag zur Binnenwirtschaft angesehen wird und endlich Gesetzeskraft erlangt! Die Liste lie\u00dfe sich beliebig fortsetzen<br \/>\nund hei\u00dft im Klartext: Freiheit der Wirtschaft: Ja! Aber: Die Wirtschaft<br \/>\nhat dem Volk zu dienen!<\/p>\n<p><strong>\u00bbDie herrschende Politik subventioniert Niedrigl\u00f6hne durch Aufstockung mit Arbeitslosengeld II, Wohngeld und sozialen Leistungen.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die herrschende Politik sieht das anders: Man subventioniert Niedrigl\u00f6hne<br \/>\ndurch Aufstockung mit Arbeitslosengeld II, Wohngeld und sozialen Leistungen wie dem Teilhabepaket. Das bezahlt wiederum der deutsche Steuerzahler, also auch die Familien und Berufst\u00e4tigen mit schlechtem Einkommen. Der Beitrag,<br \/>\nden die \u201edeutsche\u201c Wirtschaft dazu leistet ist vergleichsweise gering. Kaum besser als in Eisenach, kann man das nicht darstellen: Mehr als eine Milliarde(!) Industrieumsatz im Jahr, was die Kommune zum Spitzenreiter Th\u00fcringens<br \/>\nmacht und seit Jahren sinkende Gewerbesteuereinnahmen. Im letzten Jahr waren es noch knapp \u00fcber 7 Millionen. Wenige Jahre zuvor war man noch von 15 Millionen Euro ausgegangen.<\/p>\n<p><strong>Symptompolitik f\u00fcrs gute Gewissen<\/strong><\/p>\n<p>Das Bildungs- und Teilhabepaket beruhigt die politisch Verantwortlichen.<br \/>\nDenn sie sind in einem ideologischen K\u00e4fig gefangen. Sie wollen der Wirtschaft keine Z\u00fcgel mehr anlegen, wollen alles \u00f6ffnen und liberalisieren. Da ist kein Platz f\u00fcr soziale Schranken und Handelshemmnisse f\u00fcr ausl\u00e4ndische<br \/>\nBilligkonkurrenz. Weil alles offen und f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich sein<br \/>\nsoll, mu\u00df die deutsche Wirtschaft dieselben Spielregeln genie\u00dfen d\u00fcrfen wie Unternehmen in Rum\u00e4nien und Asien. Also m\u00f6glichst niedrige Umwelt- und Sozialstandards. W\u00e4hrend die Linke irrsinnigerweise glaubt, in der ganzen Welt<br \/>\nf\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit und wom\u00f6glich auch freie Liebe und bunte Bl\u00fcmchen sorgen zu k\u00f6nnen, meinen wir: Auch ohne offene Grenzen, Wettbewerb mit der Billigkonkurrenz und Globalisierung sind Import und Export m\u00f6glich. Auch mit Schutzma\u00dfnahmen und sozialen Z\u00fcgel f\u00fcr unsere Wirtschaft mu\u00df keine Mauer um Deutschland errichtet werden. Dann erst wird Schlu\u00df sein mit der um sich greifenden Armut, welche mit den neuerlichen Horrorzahlen nicht h\u00e4tte deutlicher dokumentiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Arbeitsunwillige, Faule, Ungebildete und ausl\u00e4ndische Zuwanderer ins Sozialsystem ist Deutschland ein Sozialstaat. Auch f\u00fcr Banken und Pleitestaaten kommt der Sozialstaat auf. 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