{"id":280,"date":"2011-12-19T16:37:57","date_gmt":"2011-12-19T15:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wartburgkreisbote.de\/?p=280"},"modified":"2011-12-19T16:50:05","modified_gmt":"2011-12-19T15:50:05","slug":"inszenierter-terror-hat-der-staat-gemordet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/?p=280","title":{"rendered":"Inszenierter Terror: Hat der Staat gemordet?"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Stregda, ein kleiner Ort bei Eisenach, schreibt Geschichte. Hier, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, sollen, glaubt man den anscheinend ambitionierten Ermittlern und Journalisten, gleich mehrere schreckliche Kriminalf\u00e4lle und Verbrechen ihr j\u00e4hes Ende und damit ihre Aufkl\u00e4rung gefunden haben. Allerdings dr\u00e4ngt sich zunehmend der Verdacht auf, hier w\u00fcrden Realit\u00e4t und Fiktion in einer Weise vermengt, die alle Spuren dorthin lenkt, wohin Spurensucher und Spurenleger ohnehin schon seit Jahr und Tag mit dem Finger zeigen. Antworten auf die vielen offenen Fragen im Fall des sogenannten Zwickauer \u201eTerror-Trios\u201c bekommen indes nicht einmal die Anw\u00e4lte der Betroffenen. Doch gerade das versch\u00e4rft den \u201eRuch von Inszenierung\u201c.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Von PATRICK WIESCHKE, TOBIAS KAMMLER und SEBASTIAN REICHE<\/p>\n<p>Die Ermittlungen im Fall der \u201eD\u00f6ner-Mord-Serie\u201c, bei der acht T\u00fcrken und ein Grieche hingerichtet wurden, endeten irgendwann in einer Mauer des Schweigens. Gewagte Thesen, die auf einen oder mehrere Psychopathen deuten sollten, machten die Runde unter den Kriminalisten. Doch daran wollten nur wenige glauben: \u201eViele Fahnder der Sonderkommission (Bospurus, Anm. d. Red.) sind [\u2026] davon \u00fcberzeugt, da\u00df die Spur der Morde [\u2026] in eine m\u00e4chtige Allianz zwischen rechtsnationalen T\u00fcrken, dem t\u00fcrkischen Geheimdienst und Gangstern\u201c f\u00fchrt. Diesen sollen sie bei ihren Ermittlungen \u201eso nahe gekommen\u201c sein, da\u00df die Morde nach der Erschie\u00dfung eines T\u00fcrken in Kassel am 6. April 2006 gestoppt worden sind. Das schreibt der Spiegel in seiner Ausgabe 8\/11. Heute, nur wenige Monate nach dem Bericht, ist das Nachrichtenmagazin schlauer als die damaligen Ermittler selbst und wei\u00df im Gleichklang mit Kollegen aller Schattierungen zu berichten, da\u00df \u201eNeonazis\u201c f\u00fcr die Morde verantwortlich sind. Das deshalb, weil die Tatwaffe, eine Pistole der Marke Ceska, Typ 83, bei ihnen gefunden worden sein soll. Die Waffe also, die laut einer noch frischeren Ausgabe des Spiegel (34\/11) noch im August dieses Jahres in einem Schweizer Versteck, sicher verwahrt in einem Tresor, gelegen haben soll. Das Blatt berief sich auf einen vorgeblichen Spitzel des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV), der sich \u201eMehmet\u201c nannte. Dieser bot den Ermittlern seinerzeit an, die Waffe aus ihrem Schweizer Versteck zu beschaffen. Im Gegenzug verlangte er Straffreiheit f\u00fcr ein Verkehrsdelikt, eine Bagatelle im Vergleich zur damit wom\u00f6glich aufgekl\u00e4rten Mordserie. Das zust\u00e4ndige Gericht lehnte den Deal ab, schrieb der Spiegel. Den Lesern oder auch den Journalisten wurde vorenthalten, ob \u201eMehmet\u201c den Ermittlern mitteilte, wo sich das Versteck befand und wo demzufolge die Waffe auch ohne sein Zutun beschafft werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Die Rechnung f\u00fcr Schulden aus kriminellen Gesch\u00e4ften?<\/strong><\/p>\n<p>Die Serienmorde haben in Deutschland als auch der T\u00fcrkei eine politische Dimension, die ihresgleichen sucht. Nicht nur, weil, wie der Spiegel (34\/11) in Berufung auf Ermittlerkreise berichten konnte, die Morde \u201edie Rechnung f\u00fcr Schulden aus kriminellen Gesch\u00e4ften oder die Rache von Abtr\u00fcnnigen\u201c gewesen seien, was die Ermittler zumindest wu\u00dften. Sondern vor allem, weil hinter den Morden wom\u00f6glich ein \u201etiefer Staat\u201c stecken soll. Ein Netzwerk aus t\u00fcrkischen Nationalisten, wie den Grauen W\u00f6lfen, Milit\u00e4rs und Politikern. Es spricht offenbar viel daf\u00fcr, da\u00df dieses Netzwerk auch in Deutschland aktiv sein soll, weil es hierzulande ja gen\u00fcgend T\u00fcrken gibt. Mehrere Informanten behaupten, da\u00df die Grauen W\u00f6lfe mit Einsch\u00fcchterung, Mord und Drogenhandel ein neues T\u00fcrkenreich erschaffen wollen und deshalb auch in Deutschland gegen \u201epolitische Gegner vorgehen und Landsleute f\u00fcr ihre illegalen Gesch\u00e4fte einspannen\u201c, so der Spiegel. Das hie\u00dfe auch: Schutzgelderpressung. Denn wer nicht zahlte, verlor seine Ehre, berichtete dem Spiegel ein anderes\u00a0 Mitglied des Netzwerkes. Er wu\u00dfte ebenso zu vermelden, da\u00df einige seiner Landsleute ins Umfeld der Mordserie geraten seien. Er mu\u00df l\u00fcgen, soll man meinen, wenn man nur kurze Zeit sp\u00e4ter wissen und glauben soll, da\u00df die Morde aus purem Fremdenhass von einem Trio mit merkw\u00fcrdiger N\u00e4he zum Verfassungsschutz begangen worden sein sollen. Vielen erscheint es sicherer, da\u00df der Verfassungsschutz selbst mit den Verbrechen etwas zu tun haben k\u00f6nnte, respektive eine Spur damit zu vertuschen versuchte, die vielleicht politisch zu brisant die deutsch-t\u00fcrkischen Beziehungen beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte? Oder die auf Kollegen ein- und desselben Dienstes oder anderer Dienste weist? Nur zwei von aberdutzenden Fragen!<\/p>\n<p><strong>Lautlose Sch\u00fcsse aus einer MP?<\/strong><\/p>\n<p>Eine in der Medienwelt erstaunlich kurzlebige Antwort auf eine der vielen Fragen wollte der SOKO-Chef und Leiter der Polizeidirektion Gotha, Michael Menzel, geben. Weil sich lange Jedem, vom rechten Aktivisten bis hin zum entfernt stehenden Journalisten, die Frage aufdr\u00e4ngte, weshalb kaltbl\u00fctiger Killer sich nach einem Blick aus dem Fenster ihres Wohnwagens das Leben nehmen sollen, offenbarte Menzel Unglaubliches: \u201eSie haben sofort auf uns geschossen\u201c, lie\u00df er im Interview (TA v. 26.11.11) wissen. Genauso unglaublich: Das blieb trotz der vielen Polizisten am Tatort bis dahin drei Wochen lang verborgen! Und die Bewohner des Dorfes Stregda m\u00fcssen demnach alle l\u00fcgen oder taub sein. Denn von dort hei\u00dft es bis heute \u00fcbereinstimmend und steif und fest: Es war kein Schu\u00df zu h\u00f6ren! Vielleicht war das ein Grund daf\u00fcr, da\u00df keine gro\u00dfe Medienanstalt im Folgenden das Sprachrohr f\u00fcr die Menzelschen Erz\u00e4hlungen spielen wollte!? Menzel h\u00e4tte dann doch lieber etwas vom dritten Mann berichten sollen. Wenn er denn k\u00f6nnte oder d\u00fcrfte? Eine dritte Person wurde n\u00e4mlich aus dem Wohnwagen der M\u00e4nner, die kurz zuvor eine Bank ausraubten, kletternd, von einem Zeugen gesehen. Dieser dritte Mann fand zumindest solange in den Medien statt, bis feststand: dieses Wohnmobil war das Gef\u00e4hrt einer \u201eneonazistischen\u201c M\u00f6rderbande und das Parteiprogramm der NPD wahrscheinlich ihre Bibel. Zum dritten Mann also nur so viel: Aktenzeichen XY ungel\u00f6st! Wenn es ihn denn geben sollte, und es gibt b\u00f6se Zungen die behaupten, man solle den Anwohnern des Dorfes bei Eisenach mehr glauben als ranghohen und politisch abh\u00e4ngigen Polizisten und Journalisten gro\u00dfer Anstalten, dann entkam er einer Brandhitze, die auch die Plastikfenster des Reisemobils zum Schmelzen brachte.<\/p>\n<p><strong>Brauchbare Asservate \u00fcberleben alles?<\/strong><\/p>\n<p>Dennoch fand man darin wohl Hinweise auf die rechte Gesinnung der T\u00e4ter. Anders als es Brauch und Sitte ist, pr\u00e4sentierte man die Elemente des B\u00f6sen nicht vor laufender Kamera, sondern lie\u00df es mit diesem wiederkehrenden Hinweis auf sich bewenden. Denn es mu\u00df schlie\u00dflich auch so feststehen, da\u00df die Serienbankr\u00e4uber rechte Terroristen sind. \u00dcber 500 Asservate wurden es schlu\u00dfendlich, die selbst im ausgebrannten Wohnmobil geborgen werden konnten. Wem man zu dieser Leistung gratulieren soll, bleibt bis dato offen. Abgebrannt, ja ganz und gar explodiert, ist das Wohnhaus des Trios in einer exponierten Lage im s\u00e4chsischen Zwickau. Hier konnten erstaunliche 1700 bis 1800 Asservate geborgen werden. Diese waren ganz offensichtlich genauso widerborstig gegen \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse wie das Trio selbst. Denn das Haus brannte ganze zehn Stunden. Einer der 16 am L\u00f6scheinsatz beteiligten Feuerwehrleute traute sich was und berichtete der Bild am Sonntag: \u201eNach dem, was ich w\u00e4hrend dieses Einsatzes gesehen habe, mu\u00df ich mich sehr wundern, was dort zwei Tage danach noch alles in der Brandruine gefunden wurde\u201c (siehe auch Merkur vom 20.11.11). Wir erinnern uns: DVDs, Notizen zu den Morden und anderen Verbrechen \u00fcberlebten genauso beweiskr\u00e4ftig, wie ein Sammelsurium an Waffen, welche scheinbar jede f\u00fcr sich eine eigene Geschichte hat. Den Brand verursacht haben soll die einzige \u00dcberlebende des Trios: die seither als mutma\u00dfliche Terroristin geltende Beate Zsch\u00e4pe. Sie stellte sich wenig sp\u00e4ter der Polizei und lie\u00df seither nur wissen, da\u00df sie Angst habe und sie deshalb nicht weiter auf der Flucht sein wolle (sueddeutsche vom 23.11.). Vor wem die abgebr\u00fchte \u201eTerror-Frau\u201c direkt in die Arme der Polizei fl\u00fcchtete, verriet sie nicht. Die Antwort auf diese Frage k\u00f6nnte sicher zu einiger Erhellung beitragen.<\/p>\n<p><strong>Agentin des Verfassungsschutzes?<\/strong><\/p>\n<p>Licht ins Dunkel w\u00fcrde freilich auch die Aufkl\u00e4rung der Frage bringen, weshalb Zsch\u00e4pe sich einen Anwalt f\u00fcr Familienrecht suchte, um sich zu stellen und dann ohne Anwalt beim Haftrichter erschien. Der Familienjurist rief nach (!) der Inhaftierung Zsch\u00e4pes bei einem Strafrechtsanwalt aus Jena an und fragte, ob er seine Mandantin \u00fcbernehmen k\u00f6nne. Dieser lehnte ab, fragte aber, wie der Verteidiger an Zsch\u00e4pe gekommen w\u00e4re. Er meinte, sie wurde ihm \u201egeschickt\u201c. Diese Aussage birgt sicher viele Interpretationsm\u00f6glichkeiten, ist aber bezeichnend f\u00fcr den gesamten weiteren Verlauf, der mehr Ungereimtheiten enth\u00e4lt, als es eine Mordaufkl\u00e4rung mit mehr als 500 Ermittlern vermuten l\u00e4\u00dft. Denn mit Zsch\u00e4pes Verhaftung verdichteten sich die Vermutungen, da\u00df mindestens eine Person des Trios vom Verfassungsschutz oder anderen Geheimdiensten gedeckt, wenn nicht gar gesteuert wurde. In der Zwickauer Wohnung, die laut einhelliger Meinung Zsch\u00e4pe selbst in Brand gesetzt haben soll (nachdem sie laut Medienberichten ihre Katzen der Nachbarin \u00fcbergab), fanden Ermittler sogenannte \u201elegale illegale Papiere\u201c, also Ausweisdokumente, die f\u00fcr Geheimdienstler ausgestellt werden. Die Leipziger Volkszeitung fand au\u00dferdem einen Hinweis des Landeskriminalamtes Th\u00fcringen, wonach Zsch\u00e4pe zwischen 1998 und 2011 \u201estaatlicherseits gedeckt\u201c worden sei. All diese \u201eRecherchen\u201c k\u00f6nnen sicher nur Mutma\u00dfungen sein, w\u00fcrden aber das schier unvorstellbare dreizehnj\u00e4hrige Untertauchen der Drei erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Zugriff verhindert<\/strong><\/p>\n<p>Schon 1998, als die \u201eBombenwerkstatt\u201c des Trios in Jena ausgehoben wurde, wurden Zsch\u00e4pe, Mundlos und B\u00f6hnhardt von der Polizei oberserviert. Dennoch gelang es ihnen, sich scheinbar m\u00fchelos abzusetzen. Es ist g\u00e4ngige Praxis des Verfassungsschutzes, Informanten vor einem polizeilichen Zugriff zu warnen. Enttarnte V-M\u00e4nner berichteten dies in der Vergangenheit einhellig. Auch die Tatsache, da\u00df Zielfahnder und Spezialeinsatzkommandos in den Folgejahren mehrfach \u201evon Oben\u201c zur\u00fcckgepfiffen (mdr, 18.11.2011) wurden, als sie die Drei stellen wollten, spricht f\u00fcr die Verstrickung staatlicher Stellen im Fall des Trios. Es w\u00e4re nicht das erste Mal, da\u00df der bundesrepublikanische Staat in Morde involviert ist (siehe Infokasten auf dieser Seite). Der \u201eNazi-Skandal\u201c w\u00e4re somit ein Geheimdienst-Eklat. Ob diese Vermutung jemals enth\u00fcllt wird, ist fraglich. Die Beh\u00f6rden und Ermittler lassen hierbei jegliche Transparenz vermissen. Warum? Schlie\u00dflich sind weitreichende Kriminalf\u00e4lle der Vergangenheit bekannt daf\u00fcr, da\u00df der Bev\u00f6lkerung st\u00e4ndig Ermittlungsergebnisse schonungslos offengelegt werden.<\/p>\n<p><strong>Anw\u00e4lte ohne Akteneinsicht<\/strong><\/p>\n<p>Eine weitere Tatsache spricht gegen eine rechtsstaatliche Aufkl\u00e4rung und deutet vielmehr auf einen Politprozess vom Schlage Chinas oder Ru\u00dflands hin: Bis zum Redaktionsschlu\u00df dieser Zeitung wurde den Anw\u00e4lten der Inhaftierten die Akteneinsicht zu ihren Mandanten weitgehend verwehrt. Laut Focus vom 3. Dezember hat der Anwalt von Beate Zsch\u00e4pe bisher nur 120 Seiten der Akten einsehen d\u00fcrfen \u2013 bei mehreren Tausend Seiten Ermittlungsmaterial. Auch deshalb wolle seine Mandantin nicht aussagen, so der aktuelle Verteidiger. Man wisse garnicht, auf was sich der Tatverdacht \u00fcberhaupt erstreckt und ob \u00fcberhaupt die Mitgliedschaft oder Gr\u00fcndung einer terroristischen Vereinigung vorliege. Denn dazu bedarf es nach rechtsstaatlichen Grunds\u00e4tzen vorallem eines: Beweisen. Weder die \u201eD\u00f6ner-Morde\u201c, noch der Mord an der Polizistin Mich\u00e9le Kiesewetter k\u00f6nnen dem Trio bislang zweifelsfrei zugeschrieben werden. Medien und Bundesanwaltschaft bezeichnen diese aber ohne abgeschlossenes Verfahren \u00fcbereinstimmend als T\u00e4ter. Auch hier werden rechtsstaatliche Grunds\u00e4tze quasi im Eilverfahren au\u00dfer Kraft gesetzt \u2013 in dubio pro BRD.<\/p>\n<p><strong>Tatort Internetcaf\u00e9 \u2013 Verfassungsschutz \u201ezuf\u00e4llig\u201c anwesend<\/strong><\/p>\n<p>In Kassel sammelten die Gebr\u00fcder Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche deutsche M\u00e4rchen und Sagen. Ihre Werke sind noch heute in jedem gut sortierten B\u00fccherregal pr\u00e4sent. W\u00e4ren die Br\u00fcder heute noch am Leben, h\u00e4tten sie sicher auch den mysteri\u00f6sen Aufenthalt eines jungen Mannes bei einem der \u201eD\u00f6ner-Morde\u201c in der documenta-Stadt in ihre Sammlung aufgenommen. 2006 endete in Kassel die Serie der Morde. Andreas T. sa\u00df laut BILD im Internetcaf\u00e9, als dessen Besitzer erschossen wurde. Ermittler suchten tagelang nach einem Mann, der von Zeugen dort gesehen wurde. Auch auf \u00f6ffentliche Aufrufe der Polizei hin meldete sich Andreas T. nicht. Nachdem die Verbindungsdaten der Rechner im Caf\u00e9 \u00fcberpr\u00fcft wurden, konnten sie ihn schlie\u00dflich fassen. Seine Erkl\u00e4rung: er habe die letzten Tage keine Presse und Rundfunk verfolgt und sich deshalb nicht gemeldet. Dann kam heraus: Andreas T. war Verfassungsschutzagent, er wurde in seinem Dorf \u201ekleiner Adolf\u201c genannt. Der Aufenthalt eines vermeintlichen Rechtsextremisten in einem t\u00fcrkischen Caf\u00e9 wirft ebenso Fragen auf, wie die Tatsache, da\u00df just nach diesem Vorfall, bei dem der Verfassungsschutz Zeuge eines Mordes war, die sogenannte D\u00f6ner-Mordserie endete. Zufall? Der Zeuge konnte selbstverst\u00e4ndlich keine Angaben zur Tat machen, angeblich habe er nichts mitbekommen.<\/p>\n<p><strong>Verfassungsschutz auch bei Polizistenmord dabei?<\/strong><\/p>\n<p>Da\u00df der Verfassungsschutz im Fall der \u201eNSU\u201c seine schmutzigen Finger im Spiel hatte, belegt zudem ein Dokument des US-Geheimdienstes DIA, welches dem \u201eStern\u201c (stern.de, 30.11.11) in die H\u00e4nde gefallen ist. In diesem \u00dcberwachungsprotokoll vom 25. April 2007 beschreiben die Amerikaner die Umst\u00e4nde des Mordes an der Polizistin Mich\u00e9le Kiesewetter in Heilbronn. Demnach haben zwei amerikanische Geheimdienstler und zwei Beamte des Landesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz Baden-W\u00fcrttemberg oder Bayern\u00a0 am 25. April 2007 in Heilbronn zwei Personen observiert: den T\u00fcrken Mevl\u00fct K. und einen nicht identifizierten Verd\u00e4chtigen. Letzterer soll zum Zeitpunkt der Beschattung bei der Santander-Bank in Heilbronn 2,3 Millionen Euro eingezahlt und sich dann in Richtung Theresienwiese bewegt haben. Um 13.50 Uhr endete nach dieser Darstellung die Observierung durch die Amerikaner und ihre deutschen Kollegen, zitiert das Blatt aus dem DIA-Protokoll. Es kam angeblich zu einem Vorfall mit Schusswaffen. W\u00f6rtlich hei\u00dft es: \u201eSHOOTING INCIDENT INVOLVING BW OPS OFFICER WITH RIGHT WING OPERATIVES AND REGULAR POLICE PATROL ON THE SCENE\u201c. (\u201eObservation endet aufgrund einer Schie\u00dferei, in die ein BW OPS Beamter (Mitarbeiter des Baden-W\u00fcrttembergischen Verfassungsschutzes) mit rechten Agenten und eine regul\u00e4re Polizeistreife vor Ort verwickelt waren\u201c).<\/p>\n<p>Zwei interessante Hinweise ergeben sich daraus: Zum einen wu\u00dfte offenbar der amerikanische Geheimdienst, da\u00df es sich um rechte Agenten und V-Leute handelte, die sich zusammen mit einem Mitarbeiter des Landesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz einen Schu\u00dfwechsel mit der Polizei lieferten \u2013 der Mord an Mich\u00e9le Kiesewetter! Zum anderen war der von der DIA observierte T\u00fcrke Mevl\u00fct K. seinerseits ein V-Mann der CIA und des t\u00fcrkischen Geheimdienstes MIT. Er hatte ebenfalls im Jahr 2007 f\u00fcr die islamistische Sauerland-Gruppe die Z\u00fcnder f\u00fcr Sprengstoffanschl\u00e4ge besorgt. Was macht also ein islamistischer CIA-V-Mann \u201ezuf\u00e4llig\u201c am Tatort eines angeblichen NSU-Mordes? Beh\u00e4lt der \u201eStern\u201c Recht, dann waren amerikanische und m\u00f6glicherweise andere ausl\u00e4ndische Geheimdienste in Zusammenarbeit mit dem deutschen Verfassungsschutz in den Mord an Mich\u00e9le Kiesewetter verwickelt. Offenbar hatte die Polizistin eine geheimdienstliche Aktion gest\u00f6rt. Mu\u00dfte sie daf\u00fcr sterben? Nun will man den Mord, der Einfachheit halber, zwei toten \u201eRechten\u201c in die Schuhe schieben. Die in der Presse ausgeschlachtete angebliche Beziehung zwischen der Polizistin aus dem th\u00fcringischen Oberwei\u00dfbach und dem vermeintlichen \u201eTerror-Trio\u201c aus Jena wird bereits dadurch unglaubw\u00fcrdig, als da\u00df die Polizistin an jenem besagten Tag im April 2007 eigentlich Urlaub hatte und nur kurzfristig f\u00fcr einen Kollegen eingesprungen war (spiegel.de, 21.11.11).<\/p>\n<p><strong>Es riecht nach Inszenierung<\/strong><\/p>\n<p>Der ganze Fall \u201eNSU\u201c \u2013 von vorne bis hinten \u2013 wirkt, wenn man die einzelnen Puzzelteile zusammenf\u00fcgt, wie ein schlechter Hollywood-Film. Alles riecht nach Inszenierung. Terroristen, die mehr als ein Jahrzehnt Anschl\u00e4ge begehen, ohne da\u00df es jemand merkt, ohne ein Bekennerschreiben \u2013 das gab es noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Und ganz pl\u00f6tzlich, nach dem Tod von Mundlos und B\u00f6hnhardt tauchen in ganz Deutschland vier Jahre alte Videos auf, die nun als Bekenntnis herhalten sollen. Dummerweise findet sich im ganzen \u201eBekennervideo\u201c kein einziger Hinweis, da\u00df wirklich die Drei aus Zwickau die Taten begangen haben. Auch wenn das halbe Wohnhaus der \u201eTerroristen\u201c in Zwickau explodiert ist und \u00fcber Stunden gebrannt hat, die Bekennervideos waren unversehrt und fein s\u00e4uberlich verpackt \u2013 adressiert an linke Medien und islamische Kulturzentren. Interessant ist auch, da\u00df die gro\u00dfen Leitmedien wie der \u201eSpiegel\u201c das Video und die Exklusivrechte erst gegen Bares von einer linksradikalen Antifa-Gruppe abkauften (Norddeutscher Rundfunk, 16.11.11). Und pl\u00f6tzlich, Wochen sp\u00e4ter, taucht Anfang Dezember auch im Saarland ein Bekennervideo auf, welches die Brandanschl\u00e4ge auf Wohnh\u00e4user in V\u00f6lklingen belegen soll. Angeblich verschickt von Beate Zsch\u00e4pe, vor ihrer Haft! M\u00f6glicherweise war die DVD im Postauto ja zwischen die Sitze gerutscht\u2026<\/p>\n<p>Den \u201eGeruch der Inszenierung\u201c (Th\u00fcringer Allgemeine, 21.11.11) jedenfalls haben in der Zwischenzeit immer mehr Leute, auch etablierte Journalisten und Politiker in der Nase. Wenn dieser Geruch immer st\u00e4rker wird, die Ungereimtheiten immer offensichtlicher, die Fragen immer bohrender, dann kann das Kartenhaus \u201eRechtsterrorismus\u201c auch ganz schnell in sich zusammenfallen. N\u00e4mlich dann, wenn sich herausstellt, da\u00df ausl\u00e4ndische Geheimdienste oder eigene Beh\u00f6rden mit Wissen dieses Staates Morde und Anschl\u00e4ge in Deutschland begangen haben. Das w\u00e4re dann Staatsterrorismus!<\/p>\n<p>Passend dazu deutete Alt-Kanzler Helmut Schmidt in einem Interview mit der \u201eZeit\u201c vom 30.08.2007 bereits an, was nun immer deutlicher wird: \u201eIch habe den Verdacht, da\u00df sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden \u00fcbertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus\u201c. Auf die Nachfrage, wen er damit meine, antwortete Schmidt damals: \u201eBelassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.\u201c Heute wissen wir, was er damit sagen wollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stregda, ein kleiner Ort bei Eisenach, schreibt Geschichte. Hier, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, sollen, glaubt man den anscheinend ambitionierten Ermittlern und Journalisten, gleich mehrere schreckliche Kriminalf\u00e4lle und Verbrechen ihr j\u00e4hes Ende und damit ihre Aufkl\u00e4rung gefunden haben. Allerdings dr\u00e4ngt sich zunehmend der Verdacht auf, hier w\u00fcrden Realit\u00e4t und Fiktion in einer [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/280"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=280"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/280\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":282,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/280\/revisions\/282"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=280"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=280"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}