{"id":307,"date":"2012-04-03T14:07:21","date_gmt":"2012-04-03T13:07:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wartburgkreisbote.de\/?p=307"},"modified":"2012-04-03T14:07:21","modified_gmt":"2012-04-03T13:07:21","slug":"pflegefall-st-georg-klinikum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/?p=307","title":{"rendered":"Pflegefall St. Georg &#8211; Klinikum"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDie Patientenzufriedenheit w\u00e4hrend des Behandlungsprozesses wird permanent durch das Erfassen und Auswerten entsprechender Meinungen festgestellt\u201c, hei\u00dft es im Beteiligungsbericht 2010 der Eisenachs zum St. Georg-Klinikum. Was festgestellt wurde, erf\u00e4hrt man darin nicht. Es kann vielmals nichts Gutes sein.\u00a0<\/strong>Nach Auswertungen der Techniker-Krankenkasse liegt die Patientenzufriedenheit im Klinikum in allen erfragten Bereichen bei knapp \u00fcber 75%. H\u00f6rt man sich etwas genauer unter den Patienten um, ergibt sich ein anderer Eindruck. Viele meiden das Krankenhaus in dringenden F\u00e4llen sogar und begeben sich zur Behandlung lieber nach Friedrichroda oder andere Kliniken. Doch Eisenachs Oberb\u00fcrgermeister Matthias Doht wollte nie eine \u201eQualit\u00e4tsdiskussion\u201c. Die Stadt Eisenach verf\u00fcgt zwar rein anteilsm\u00e4\u00dfig ohnehin \u00fcber wenig Einflu\u00df auf das Geschehen in der M\u00fchlh\u00e4userstra\u00dfe und kann sich auch zusammen mit dem anderen kommunalen Anteilseigner Wartburgkreis\u00a0 wegen des Stimmenpatts allenfalls auf Kompromisse mit den Vertretern der Kirche einigen, die ebenfalls 50 Prozent der Anteile halten. Eine mi\u00dfliche Situation f\u00fcrwahr, doch wer eine \u201eQualit\u00e4tsdiskussion\u201c vermeiden will, der will auch nichts verbessern.<\/p>\n<p><strong>Personalfluktuation zeigt M\u00e4ngel<\/strong><\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und leitende \u00c4rzte wechseln am Eisenacher Klinikum regelm\u00e4\u00dfig. Die derart hohe Fluktuationsrate unter dem Personal macht die Probleme deutlich. Das Klima ist \u201evergiftet\u201c, Personal fehlt oder ist \u00fcberlastet, Strukturen und Prozesse funktionieren nicht und die fehlerhaften Gesundheitsreformen sowie die \u00d6konomisierung des Gesundheitswesens machen alles nur noch schlimmer. Die mangelnde Motivation und die Arbeits\u00fcberlastung machen sich bei den Behandlungen am Patienten allzu oft bemerkbar. Wer das nicht mit seinem Gewissen oder dem hypokratischen Eid vereinbaren kann, verl\u00e4\u00dft das Krankenhaus. Das versuchten die verschiedenen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer aus Vergangenheit und Gegenwart auff\u00e4llig offensiv mit privaten und anderen Gr\u00fcnden zu erkl\u00e4ren. Nie aber habe es etwas mit \u201edem Hause\u201c zu tun gehabt. Betroffene Hunde bellen, m\u00f6chte man meinen.<\/p>\n<p>Ein Aufruf unserer Zeitung und jahrelange Recherchen f\u00fchrten entsetzliche F\u00e4lle zutage. Ende 2007 wurde im Klinikum ein knapp ein Jahr altes Kind behandelt. Zuvor soll es bereits durch die Zangengeburt im Klinikum gesch\u00e4digt worden sein. Der Sch\u00e4del des Kindes sei dabei so gequetscht worden, da\u00df noch heute ein gro\u00dfes rotes Fleck auf einer Gesichtsh\u00e4lfte sichtbar ist. Die Mutter brachte ihr Kind mit Fieber, Durchfall und Erbrechen ins Krankenhaus. Sie f\u00fchrte dies auf eine falsche Impfung der behandelnden Kinder\u00e4rztin zur\u00fcck. Die \u00c4rzte am Klinikum, sagt sie, wollten ihr dann weismachen, da\u00df es sich um das sogenannte Sturge-Weber-Syndrom handele, obwohl Fieber bekanntlich nicht zu dessen Symptomen geh\u00f6rt. Darauf kamen die \u00c4rzte, weil sie nach einem ebenfalls zu behandelnden Sturz den rechten Arm nicht bewegen konnte und daraufhin eine f\u00fcr das genannte Syndrom \u00fcbliche Halbseitenl\u00e4hmung attestiert wurde. Die Mutter, ein medizinischer Laie, wies vergeblich darauf hin, da\u00df das Bein noch bewegt werden kann und folglich eine L\u00e4hmung nicht vorliegen k\u00f6nne. Ein Therapeut wies Monate sp\u00e4ter nach, da\u00df durch den Sturz das Schulterblatt in die Rippen gequetscht wurde. Damals sei nicht ger\u00f6ntgt worden- die Behandlung wurde fortgesetzt. Ein verabreichtes Epilepsiemittel f\u00fchrte zum Herzstillstand, das Kind \u00fcberlebte knapp in einem Erfurter Klinikum, so die Mutter.<\/p>\n<p><strong>Viele Behandlungsfehler<\/strong><\/p>\n<p>Eine andere Frau erhielt per Kaiserschnitt im Jahr 2008 ihr Kind. Die \u00c4rztin, die nur mangelnde Deutschkenntnisse gehabt habe, soll das Skalpell noch vor Einsetzen der Bet\u00e4ubung angesetzt haben, weil sie die Antwort, da\u00df die junge Frau noch etwas sp\u00fcre, schlichtweg nicht verstanden h\u00e4tte. Sie klagt noch heute \u00fcber Schmerzen an den Stellen, wo der Schnitt erfolgte und dieselbe \u00c4rztin ihr eine R\u00fcckenmarksspritze gab. Ein Eisenacher soll von Dr. E. die falschen orthop\u00e4dischen Schuhe verschrieben bekommen haben und habe heute deshalb kaputte Sprunggelenke. Ein Vorgehen gegen Dr. E., der heute an einem Klinikum in Freiberg arbeiten soll, wurde deshalb verunm\u00f6glicht, weil dieser nach Aussagen seines Nachfolgers die Patientenakte nicht nur frisiert haben soll, sondern sogar mitgenommen habe. Hier war man Ger\u00fcchten zufolge konsequent und verwies den Arzt seinerzeit des Hauses. In vielen anderen F\u00e4llen, und unsere Redaktion hat bereits dutzende dokumentiert, dr\u00fcckt man offensichtlich ein Auge zu, ignoriert Patientenbeschwerden und h\u00e4lt den Deckel \u00fcber die Mi\u00dfst\u00e4nde. Das wiederkehrende \u00f6ffentliche Selbstlob des Klinikums kann nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, da\u00df minderqualifiziertes Personal (laut Mitarbeitern werden bei Einstellungen Kirchenmitglieder ohne R\u00fccksicht auf deren Qualifikation bevorteilt), fremdsprachige \u00c4rzte, verkorkste Gesundheitsreformen und Profitorientierung, dem Klinikum enormen Schaden zuf\u00fcgen. Es wird Zeit, eine offene und r\u00fccksichtlose Qualit\u00e4tsdiskussion zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wenn auch Sie \u00fcber Behandlungsfehler und Mi\u00dfst\u00e4nde berichten k\u00f6nnen, wenden Sie sich vertrauensvoll an unsere Redaktion.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Patientenzufriedenheit w\u00e4hrend des Behandlungsprozesses wird permanent durch das Erfassen und Auswerten entsprechender Meinungen festgestellt\u201c, hei\u00dft es im Beteiligungsbericht 2010 der Eisenachs zum St. Georg-Klinikum. Was festgestellt wurde, erf\u00e4hrt man darin nicht. Es kann vielmals nichts Gutes sein.\u00a0Nach Auswertungen der Techniker-Krankenkasse liegt die Patientenzufriedenheit im Klinikum in allen erfragten Bereichen bei knapp \u00fcber 75%. H\u00f6rt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/307"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=307"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":308,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/307\/revisions\/308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}