{"id":311,"date":"2012-04-03T14:09:44","date_gmt":"2012-04-03T13:09:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wartburgkreisbote.de\/?p=311"},"modified":"2012-04-03T14:09:44","modified_gmt":"2012-04-03T13:09:44","slug":"braune-scheise-bringt-einen-see-eben-zum-kippen-manfreds-grob-cdu-dreht-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/?p=311","title":{"rendered":"\u00bbBraune Schei\u00dfe bringt einen See eben zum Kippen\u00ab &#8211; Manfreds Grob (CDU) dreht durch"},"content":{"rendered":"<p>Bernshausen: ein idyllisches Dorf im s\u00fcdlichen Wartburgkreis. Wer hierher kommt, sucht die Ruhe, sucht die Natur, sucht die Sch\u00f6nheit der Rh\u00f6n. Und: wer hierher kommt, wird auch die Bernsh\u00e4user Kutte besichtigen. Der gr\u00f6\u00dfte See der Rh\u00f6n ist \u00fcberregional bekannt. Bis vor etwa 15 Jahren war die Kutte im Sommer Ausflugsziel f\u00fcr hunderte Badeg\u00e4ste \u2013 t\u00e4glich. Auch f\u00fcr den enormen Fischbestand ist sie bekannt \u2013 das Pachtgew\u00e4sser des Angelvereins Urnshausen f\u00fchrt neben Pl\u00f6tzen, Rotfedern und Schleien auch gro\u00dfe Hechte, Karpfen und Aale. Der finanzielle Wert des Fischbestandes ist nicht bezifferbar, geht aber wohl in die Hundertausende.<\/p>\n<p>Die Kutte f\u00fchrte bis vor einigen Jahren sehr klares Wasser. In den letzten Jahren wurde dies aber immer tr\u00fcber, man konnte einen Faulgeruch wahrnehmen. Der Sauerstoffgehalt sank stetig. Im November 2011 schien das biologische Ma\u00df voll zu sein und das Gew\u00e4sser kippte. Ein massives Fischsterben wurde beobachtet. In kurzfristigen Rettungsaktionen konnte der Angelverein noch einige Fische vor dem sicheren Tod bewahren. F\u00fcr hunderte Tiere kam die Hilfe jedoch zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Das Landratsamt f\u00fchrte dieses Fischsterben allein auf den niederschlagsarmen Oktober und November, (trotz Verbot) badende Personen, Fischkot sowie im Herbst in das Wasser fallendes Laub und Eicheln zur\u00fcck. Dies war nach Ansicht vieler B\u00fcrger vor Ort deutlich zu kurz gegriffen. Zum einen ist es nahezu ausgeschlossen, da\u00df Badeg\u00e4ste einem so gro\u00dfen See \u00fcberhaupt nachhaltig Schaden zuf\u00fcgen k\u00f6nnen \u2013 im Gegenteil: Badeg\u00e4ste bringen meist noch Sauerstoff ins Wasser. Auch Fischkot kann ein solch gro\u00dfes \u00d6kosystem nicht derartig beeintr\u00e4chtigen. Die NPD im Kreistag des Wartburgkreises recherchierte also nach den Ursachen. Da ein sogenanntes Kippen nur in \u00e4u\u00dferst seltenen F\u00e4llen nat\u00fcrliche Ursachen hat, war f\u00fcr die NPD und einige Umwelt- und Landwirtschaftsexperten schnell klar: die massive D\u00fcngung der umliegenden Wiesen (die allesamt h\u00f6her liegen als der See) durch landwirtschaftliche Betriebe steht in engem Zusammenhang mit der Sauerstoffabnahme der Kutte. Denn D\u00fcngemittel enthalten Phosphate und Stickstoffverbindungen, die nur unter hohem Sauerstoffverbrauch zersetzt werden k\u00f6nnen. Die Folge: Algenbildung und weiterer Sauerstoffverbrauch. Die NPD im Kreistag forderte deshalb, da\u00df die Kreisverwaltung dahingehend auf die Betriebe einwirkt, da\u00df auf eine D\u00fcngung in diesem Jahr verzichtet wird und der Landrat dem Umweltminister eine Resolution \u00fcbergibt, die darauf abzielte, da\u00df die umliegenden Wiesen k\u00fcnftig nicht mehr mit G\u00fclle ged\u00fcngt werden d\u00fcrfen. Au\u00dferdem sollten Wiederbegr\u00fcnungsma\u00dfnahmen getroffen, der Uferbewuchs reduziert und st\u00e4ndige Boden- und Gew\u00e4sserproben genommen werden. Den Antrag der NPD lehnten alle (!) Kreistagsmitglieder der etablierten Parteien (bei einer Enthaltung) ab. Als der NPD-Kreistagsabgeordnete Tobias Kammler, der selbst aus Bernshausen stammt, den Antrag begr\u00fcndete, rief der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Grob dazwischen: \u201eBraune Schei\u00dfe bringt einen See eben zum Kippen.\u201c Zur Erinnerung: Bernshausen geh\u00f6rt zu seinem Direktwahlkreis, eigentlich m\u00fc\u00dfte er sich der Sorgen der B\u00fcrger annehmen, jedoch mimt er nur im Rampenlicht den guten Politiker der Region. In seiner Heimatgemeinde kennt man ihn. Das ist wohl der Grund, weshalb er dort immer die schlechtesten Wahlergebnisse erh\u00e4lt. Als dann Vizelandrat Krauser (CDU) auf den NPD-Antrag mit der v\u00f6llig falschen und l\u00e4cherlichen Behauptung, in der Kutte w\u00fcrden zu viele Fische leben, deshalb w\u00e4re der Sauerstoffgehalt so gering, antwortete, nickte Manfred Grob zustimmend und rief in seiner cholerisch-\u00fcberheblichen Art dazwischen: \u201eGenau so ist es!\u201c<\/p>\n<p>Der NPD-Antrag hatte dennoch Erfolg: Die politisch Verantwortlichen im Landratsamt beriefen eilig eine Sitzung ein, zu der die Beteiligten aus Gemeinde, VG und Angelverein geladen worden. Dabei wurden ihnen einige Zugest\u00e4ndnisse gemacht, um wenigstens weiteren Schaden abwenden zu k\u00f6nnen. Ein Angestellter des Landratsamtes sowie Politiker der Region best\u00e4tigten indes, da\u00df allein der NPD-Antrag dazu gef\u00fchrt habe. Denn vorher haben die Verantwortlichen im Wartburgkreis monatelang nichts getan \u2013 doch pl\u00f6tzlich hatte man es eilig.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei: Die Kutte mu\u00df gesch\u00fctzt und revitalisiert werden \u2013 und zwar dauerhaft. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball. Nur eine Frage sollten sich unsere Leser stellen: Ist es angesichts derartiger Entgleisungen des Herrn Grob noch vertretbar, solch abgehobene Politgauner zu w\u00e4hlen? (tk)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernshausen: ein idyllisches Dorf im s\u00fcdlichen Wartburgkreis. Wer hierher kommt, sucht die Ruhe, sucht die Natur, sucht die Sch\u00f6nheit der Rh\u00f6n. Und: wer hierher kommt, wird auch die Bernsh\u00e4user Kutte besichtigen. Der gr\u00f6\u00dfte See der Rh\u00f6n ist \u00fcberregional bekannt. Bis vor etwa 15 Jahren war die Kutte im Sommer Ausflugsziel f\u00fcr hunderte Badeg\u00e4ste \u2013 t\u00e4glich. 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