{"id":366,"date":"2012-12-27T18:47:49","date_gmt":"2012-12-27T17:47:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wartburgkreisbote.de\/?p=366"},"modified":"2012-12-27T18:47:55","modified_gmt":"2012-12-27T17:47:55","slug":"wieder-drogentoter-in-eisenach-wie-lange-wird-das-problem-noch-ignoriert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wartburgkreisbote.de\/?p=366","title":{"rendered":"Wieder Drogentoter in Eisenach &#8211; Wie lange wird das Problem noch ignoriert?"},"content":{"rendered":"<p>Ronny N. war ein stadtbekannter S\u00fcchtiger. Wenige Monate ist es erst her, da starb er inmitten der Wartburgstadt an den Folgen seines jahrelangen Konsums. In den Medien erf\u00e4hrt man davon freilich nichts. Auch sonst hat man wenig Notiz davon genommen. Und die Beerdigung war rar besucht.<\/p>\n<p>Dabei ist es ein offenes Geheimnis, da\u00df in Eisenach nicht nur (ebenso gef\u00e4hrliche) \u201eweiche\u201c Drogen wie Cannabis florieren, sondern es eine eingefleischte und stetig wachsende Heroinszene gibt. Sie ist nicht offen, wie am Bahnhof von Frankfurt oder in der Kaiserstra\u00dfe der Mainmetropole, aber keineswegs unsichtbar. Doch Lichterketten, Blumenkr\u00e4nze oder \u00f6ffentliche Debatten setzen an dieser Stelle nicht ein.<\/p>\n<p>Wichtiger erscheint den Herrschenden, die Jugend vor dem falschen Gedankengut zu bewahren, als davor, ihren K\u00f6rper und ihr Leben zu ruinieren. Kombiniert man die Tatenlosigkeit in Sachen Drogen mit den Inhalten heutiger TV-Programme und Freizeitangeboten und den Lehrpl\u00e4nen an unseren Schulen f\u00fcr die deutsche Jugend, k\u00f6nnte der geneigte Verschw\u00f6rungstheoretiker fast meinen, hier stecke planvolles Handeln dahinter. Eine Jugend soll dumm und gel\u00e4hmt gehalten werden!? Schlie\u00dflich steckt nur in einem gesunden K\u00f6rper ein gesunder Geist &#8211; und Sport ist ja heutzutage ebenso kein Ideal mehr. Die verantwortlichen Kreise behaupten unterdessen auch in Sachen Drogen, alles Menschenm\u00f6gliche zu unternehmen. Dabei kommt dennoch die Pr\u00e4vention zu kurz, man doktert oberfl\u00e4chlich an den Symptomen herum.<\/p>\n<p>Und alle Pr\u00e4vention in Form von bunten Hochglanzheften, teuren Werbekampagnen und Lehreraufkl\u00e4rung verfehlt doch allein schon deshalb ihr Ziel, weil die heutigen Vorbilder \u2013 mediengeformte Prominente &#8211; offen Drogen konsumieren und f\u00fcr jede derartige Verfehlung eine Erkl\u00e4rung parat haben und nat\u00fcrlich sofort wieder im Flimmerkasten laufen. Von protegierten \u201eMusikstars\u201c ganz zu schweigen. Nicht zuletzt d\u00fcrfte die Hauptursache f\u00fcr den Drogenmi\u00dfbrauch gesellschaftspolitischer Natur sein: Keine Ideale, keine Aufgabe, keine Gemeinschaft, keine Zw\u00e4nge, keine Werte und keine echten Vorbilder. Daf\u00fcr grenzenlose Selbstverwirklichung, Haltlosigkeit, Amerikanisierung und unendliche Toleranz f\u00fcr Alles \u2013 au\u00dfer die falsche Meinung nat\u00fcrlich. Von der laschen Justiz und den offenen Grenzen ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Das Problem sitzt tiefer als man glaubt und Worte allein konnten Ronny N. und viele andere nicht retten. Eisenach t\u00e4te deshalb gut daran, das Problem nicht l\u00e4nger unter dem Mantel des Schweigens zu verdecken, sondern Hand in Hand mit der Polizei, den Staatsanwaltschaften, Jugendverb\u00e4nden, dem Stadtrat und dem Gesundheitswesen eine autorit\u00e4re Strategie zur Eind\u00e4mmung des Problems zu entwickeln. Mehr kann eine Kommune nicht tun, solange nicht im ganzen Land ein Umdenken einsetzt. Aber aktiv handeln ist immernoch besser als schweigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ronny N. war ein stadtbekannter S\u00fcchtiger. Wenige Monate ist es erst her, da starb er inmitten der Wartburgstadt an den Folgen seines jahrelangen Konsums. In den Medien erf\u00e4hrt man davon freilich nichts. Auch sonst hat man wenig Notiz davon genommen. Und die Beerdigung war rar besucht. 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