Nur einmal am 15. Oktober konnten wir in der TLZ davon lesen, daß die Korruptionsabteilung der Staatsanwaltschaft Erfurt wegen Vorteilsnahme im Amt gegen zwei „hochrangige Vertreter“ Eisenachs ermittelt. Dabei handelt es sich um den noch amtierenden OB Matthias Doht (SPD) und den ehrenamtlichen Beigeordneten Christian Köckert von der CDU. Letzterem wird vorgeworfen in seiner Funktion als Berater des juwi-Konzerns, welcher auf erneuerbare Energien spezialisiert ist, dem nternehmen interne Informationen aus der Stadtverwaltung zugespielt zu haben. Diese Informationen sollen die Ansiedlung des Unternehmens in Eisenach in Form mehrerer Windkraftanlagen betreffen. Dies kann dem Unternehmen also einen klaren Vorteil verschafft haben. Die Ansiedlung wurde dann auch im Stadtrat durchgewunken, auch mit der Stimme des Beraters Christian Köckert. Im uns vorliegenden Beratervertrag zwischen Köckert und juwi ist in §3 eine Vergütung von 700 Euro pro Tag und eine Provision in Höhe von 500 Euro pro realisierter Windkraftanlage geregelt. Die Tätigkeit ist also schon an einem von fünf vertraglich festgelegten Arbeitstagen im Monat lukrativer als die ehrenamtliche Tätigkeit „für“ die Stadt Eisenach. Gerüchteweise soll Köckert auch als Berater des MediaSaturnKonzerns und der Saller-Unternehmensgruppe tätig sein. Sie alle haben gemeinsam, sich bei der Stadt um Zuschlag für ihre Projekte zu bemühen. Zumindest die MediaSaturn-Gruppe hatte damit schon Erfolg. Mit den Stimmen der Großen Koalition, die von Doht und Köckert dominiert wird, ist dessen Ansiedlung im Ortsteil Stregda z u g e s t i m m t worden. Allen W a r n u n g e n zum Trotz. Das sich daran unter einem politisch und in k o m m u n a l e n Angelegenheiten vollkommen unbedarften Polizisten als Oberbürgermeister etwas ändert, darf getrost bezweifelt werden. Denn für den Fall einer Wahl des ehemaligen Polizeichefs von Eisenach, Raymond Walk, aus dem schönen Hessenland, wurde vorgesorgt: Eine geheime Zusatzvereinbarung (TLZ 7.10.11) regelt die Postenvergabe für die dann neu zu besetzenden Posten der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Beigeordneten. Wie es heißt, wird Doht dann Eisenachs neuer Baudezernent. Wen wird er dann wohl im Sinne unserer Stadt beraten? (red)