Wieder Fischsterben – Kostet die Gülle den Tieren das Leben?


In der Bernshäuser Kutte verendten kürzlich wieder Hunderte Fische aufgrund von Sauerstoffmangel. Experten sehen einen Zusammenhang mit der Gülledüngung der umliegenden Wiesen durch einen Agrarbetrieb. Ein NPD-Antrag auf Verbot der Düngung wollten die Kreistagsmitglieder nicht diskutieren – und lehnten sogar die Aufnahme in die Tagesordnung zur Sitzung ab.

Bereits vor zwei Jahren ereignete sich ein ähnliches Szenario. Damals starben wohl mehr als Eintausend Karpfen, Weißfische, Aale und Hechte einen qualvollen Erstickungstod (wir berichteten). Der See führte nicht mehr ausreichend Sauerstoff, was die NPD bereits damals auch auf die Gülledüngung der umliegenden Wiesen zurückführte. Ein entsprechender Antrag auf Verbot der Düngung, auf Wiederbegrünung des Sees sowie auf forstwirtschaftliche Maßnahmen am Kuttenrand wurde von den Kreistagsmitgliedern der etablierten Fraktionen abgelehnt. Manfred Grob, Landtagsabgeordneter der CDU, pöbelte in der Antragsbegründung mit den Worten: „Brauen Scheiße bringt einen See eben zum Kippen.“ Damit spielte er auf die Herkunft des Autors an. Angeblich sei die Düngung nicht Schuld am „Kippen“ des Sees. Vielmehr hätten Badegäste (im Winter…), Entenkot, Laub und die Trockenheit dazu beigetragen, daß der Sauerstoff ausblieb. Experten sahen das jedoch damals schon anders. Zwischenzeitlich hat der Angelverein im wieder sauerstoffreichen See mit die Aufzucht der Fische begonnen – leider zum Teil umsonst, wie sich herausstellte. Denn vor wenigen Wochen wurde erneut Gülle auf die Wiesen, die agrarwirtschaftlich ohne Bedeutung sind, weil dort nichts angebaut wird, aufgetragen. Kurze Zeit später verendeten die ersten Tiere. Die NPD stellte einen Dringlichkeitsantrag zur Kreistagssitzung, damit schnelle Maßnahmen getroffen werden können, die ein weiteres Fischsterben verhindern. Die Mehrheit der Kreistagsabgeordneten lehnte allerdings die Debatte dazu ab und stimmte nicht für die Aufnahme in die Sitzungstagesordnung – Problem erledigt. Lediglich ein Etablierter votierte für die Aufnahme. Auch die Rhöner Kreistagsmitglieder, namentlich die Dermbacher Thomas Hugk, Wolfgang Ruppert (beide CDU) und Andreas Kaufmann (Freie Wähler), wollten hierzu keine Aussprache.

Das sollten sich die Rhöner bei der nächsten Wahl merken. (tk)


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