Ein Stadtratsbeschluß erregt die Gemüter in der Bergstadt Ruhla. Das kleine Bächlein Rolla fließt durch die Kleinstadt und hier auch entlang der Altensteiner Straße. In einem Haus in dieser Straße wohnt der erste städtische Beigeordnete Thomas Töpfer von der CDU. Die Christdemokraten stellen nahezu die Hälfte des Stadtrates. Der Einfluß dieser Partei wird auch das Quentchen Glück des Thomas Töpfer gewesen sein. Denn eine wohl zu seinem Haus gehörende Mauer stürzte ein und zerstörte das Rohr, durch welches die Rolla fließt. Es kam dann, wie es kommen mußte: Nach heftigen Regengüssen trat die Rolla aus dem defekten Rohr über und sorgte für eine Überschwemmung. Hiervon betroffen waren gleich mehrere Anlieger. Ein klassischer Versicherungsschaden, möchte man meinen – oder aber auch das persönliche Problem des Thomas Töpfer. Nicht so in Ruhla: Mehrheitlich beschloß der Stadtrat, die für alle Reparaturen notwendigen 90.000 Euro dem Stadtsäckl zu entnehmen.
Viele Ansässige meinen nun, ohne Amt und christdemokratische Würden des Betroffenen hätte es einen solchen Beschluß nie gegeben. Die Mutmaßung ist naheliegend. Wie ein roter Faden ziehen sich durch CDU-Herrschaften Mentalitäten, die keinen anderen Schluß zulassen, als das jahrzehntelange Allein- und Mitregierungen zur Auffassung geführt haben muß, der Staat und damit Volkes Eigentum gehöre der Partei. Auf Landesebene ist das nie anders gewesen und Ministerpräsidentin und Christdemokratin Lieberknecht gibt in den vergangenen Wochen schon allein ein beredtes Beispiel hierfür ab. Ob ihr Auto nun der fliegenden Pastorin hinterherfährt oder Busenkumpel und ausgediente Beamte mit gemeinsamen Leichen im Keller mit Ämtern und Pensionen versorgt werden. Es wird Zeit, daß oppositionelle Korrektive allerorten den Fuß in die Tür bekommen. Auch in Ruhla muß Christen und Genossen wohl mal gehörig auf die Finger gehauen werden. (red)