Von Gordon Wolf
Zaghaft formulieren die sogenannten „demokratischen“ Stadträte ihre sich wiederholende Kritik an Eisenachs roter Rathauschefin Katja Wolf. Die Lokalpresse ist noch zurückhaltender. Nur hin und wieder dürfen sich einzelne Redakteure ein klein wenig an Wolf abarbeiten. Hinter vorgehaltener Hand weiß ein Jedermann und besonders vorgenannte Insiderkreise, dass man zur nächsten OB-Wahl 2018 nur noch mit „Stoppt den Filz“ plakatieren müßte. So wie es einst Katja Wolf selbst tat, um den Filz am Ende mehr als nur zu verstetigen. Wenn es sich „lediglich“ um Amtsanmaßungen, Überheblichkeit, mangelnde Transparenz, das Kaltstellen von Mitarbeitern und die Ignoranz gegenüber Stadtrat und Bürgern handeln würde, könnte man dies banal als systemimmanent im parlamentarischen System der organisierten Verantwortungslosigkeit umschreiben. Doch es geht um mehr: Ein offenes Geheimnis nicht nur unter Eingeweihten ist eine im Rathaus herrschende Selbstbedienungsmentalität. Da ist z.B. Wolfs beste Freundin, Parteigenossin und persönliche Referentin, Christiane Leischner. Im Rathaus wird sie schlicht nicht gebraucht und soll auch nach Wolfs Abwahl 2018 eine berufliche Perspektive haben.
So ließe sich erklären, daß nach Insiderberichten eine noch laufende hausinterne Ausschreibung eine pädagogische Stelle in der Volkshochschule einzig auf Leischner zugeschnitten sein soll. Dabei war die Lebedame bereits kommissarisch dort tätig und hat alles andere als einen guten fachlichen Eindruck hinterlassen. Im Stadtrat mehrfach thematisiert wurde auch Wolfs Verhältnis zu ihrem persönlichen Berater, dem ehemaligen Chef der Bundesagentur für Arbeit, Florian Gerster. Auf Druck mußte sie einen eigenmächtig geschlossenen und kostspieligen Beratervertrag aufgeben. Die Beratung sollte eigentlich zum Gegenstand haben, Wolf u.a. in Sachen Gesundheitsmanagement zu beraten, um den seit 2012 überdurchschnittlich hohen Krankenstand zu mindern, welcher seither jedoch gleich hoch geblieben sein soll. Doch alles soll anders gekommen sein: Das Klima im Stadtrat blieb dasselbe, doch die Beziehung zwischen Wolf und Gerster intensivierte sich, berichten städtische Bedienstete. Die „Beratungen“ sollen noch immer im teuren Hotel Hohenhaus bei Herleshausen stattfinden und sich längst nicht mehr um politische Fragen, sondern höflich formuliert um einen Austausch der ganz anderen Art drehen. Die verheiratete Mutter zweier Kinder soll ihre Leidenschaft mit schönen Uhren und anderen Vorzügen versüßt bekommen.
Sodom und Gomorrha also, das sich wie ein roter Faden durch ihre Amtszeit zieht. Denn die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Wir berichten weiterhin…